Die Bürgerinitiative zur Erhaltung der Paul-Gerhardt-Kirche nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass auch Sie, Herr Präses, nicht über den Machtschatten der Amtskirche springen können.

Erst solle die Bürgerinitiative die Kirche räumen, also das einzige Gesprächspfand, aus der Hand geben, dann könne man über alles reden.

Worüber soll man dann noch reden?

Zu recht wird Ihnen, Herr Buß, von der Presse vorgehalten, dass die Kirchenleitung vor der Entwidmung der Paul-Gerhardt-Kirche alle Fragen über Baurecht, Bürgeranhörung, Gesamtfinanzierung etc hätte klären müssen. Jetzt sähe es so aus, als habe der Kirchenkreis

Bielefeld Fakten schaffen wollen. Ein anderer Journalist schreibt, es habe den Anschein, der ev. Kirchenleitung gehe es nur noch um die Macht.

Die Bürgerinitiative zur Erhaltung der Paul-Gerhardt-Kirche begrüßt es, dass Sie, Herr Buß,

und Rabbiner Brandt den Besetzern der Paul-Gerhardt-Kirche keine antisemitischen Tendenzen für ihr Handeln unterstellen.

Wir stimmen mit Ihnen, Herr Präses Buß, auch in der Einschätzung überein, dass das bisher gute Verhältnis zwischen jüdischen und nichtjüdischen Bürgern Bielefeld nicht beschädigt werden darf. Wir greifen daher die Frage eines Bielefelder Zeitungskommentators auf: Stehen in Bielefeld in naher Zukunft nicht mehrere Gotteshäuser an, welche die Kirche aufgeben muss?

Die Bürgerinitiative ergänzt die Frage: Weil weder die Amtskirche noch die jeweilige Gemeinde die Mittel für die Unterhaltung der Kirche aufbringen können!

Um der Mitglieder der Gemeinde willen finanzieren wir die Erhaltung der Paul-Gerhardt-Kirche aus eigenen Mitteln und Spenden.

Dazu stehen wir!