Presseerklärung der Bürgerinitiative zum Erhalt der Paul-Gerhadt-Kirche

Zu den Meldungen in NW und WB vom 5.2.2007

Es ist erschütternd mit welcher Arroganz der Macht die Leitung des ev. Kirchenkreises Bielefeld der „Bürgerinitiative zum Erhalt der Paul-Gerhardt-Kirche“ Gesprächsbereitschaft signalisiert und fast gleichzeitig „nach Rosstäuscherart“ jeglichen positiven Dialog hintertreibt.

Zur Sache: Superintendentin Burg hat am 22.1.2007 mit der Bürgerinitiative für den 5.3.2007 einen Gesprächstermin vereinbart. Dabei sollten (zur Befriedung im Bezirk Paul-Gerhardt) die Argumente Für und Wider den Verkauf der Paul-Gerhardt-Kirche noch einmal diskutiert werden. Nur wenige Tage später, am Sonntag den 4.2.2007 wurde im Gottesdienst in der Paul-Gerhardt-Kirche abgekündigt, dass die Paul-Gerhardt-Kirche mit einem letzten Gottesdienst am 25.3.2007 geschlossen werden soll.

Das widerspricht nicht nur der Kirchenordnung (Artikel 170) sondern auch den wiederholten Beteuerungen des Pfarrers Menzel Anfang 2006, in der Kirche würde selbstverständlich solange Gottesdienste gefeiert, wie sie im Besitz der Gemeinde ist.

Der Gipfel der Doppelzüngigkeit ist aber, vor dem vereinbarten Treffen am 5.3.2007 die Schließung der Kirche für den 25.3.2007 anzukündigen. Schlimmer kann die innerkirchliche Gesprächskultur, die in protestantisch – lutherischen Gemeinden auf offenem vertrauensvollen Meinungsaustausch gründet, nicht beschädigt werden.

Mit der Ankündigung der Kirchenschließung soll offenbar in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt werden, dass der Verkauf der Paul-Gerhardt-Kirche bereits vollzogen sei oder unmittelbar bevorstehe. Das trifft aber nicht zu. Weil es der Leitung des Kirchenkreises Bielefeld beim angestrebten Verkauf der Paul-Gerhardt-Kirche offenbar nur ums „schnelle Geld“ zu gehen scheint, sei an den massiven Vorwurf einiger Synodaler während des Zukunftskongresses der EKD in der Lutherstadt Wittenberg erinnert: Die ev. Kirche verhalte sich bei ihren Einsparbemühungen oft wie eine Aktiengesellschaft und vernachlässige dabei grob ihre primären seelsorgerischen Aufgaben.

Die „Bürgerinitiative für den Erhalt der Paul-Gerhardt-Kirche“ ergänzt diese Kritik mit dem Hinweis, dass die geplante Einstellung der Gottesdienste in der Paul-Gerhardt-Kirche so gut wie keinen Spareffekt bringt, zumal die Bürgerinitiative die Unterhaltskosten selbst tragen will.

Die Bürgerinitiative wird sich weiter für den Erhalt der Paul-Gerhardt-Kirche als Gottesdienststätte einsetzen.